Inhalt Ausgabe 48 / Nov 06

 

 

 

Wir trauen um...

Reiner Behr
(* 23.12.1951 † 25.12.2005)

Reiner Behr war mehr als 20 Jahre aktiv für unseren Verband tätig. Er hat in seiner Funktion als Vorsitzender des Main-Kinzig-Kreises das Gesicht unseres Verbandes mitgeprägt. Er verfügte über profundes Wissen über die aktuelle Schulpolitik, Rechte und Pflichten des Gesamtpersonalrats sowie die Strukturen und Beziehungsgeflechte im HPhV. Seine Kreistreffen mit den Schulvertrauensleuten hielt er regelmäßig und gut strukturiert ab; man hatte am Ende der Veranstaltung stets das Gefühl, nicht umsonst gekommen zu sein. Er war stets hochgradig engagiert in seinen Äußerungen, blieb dabei aber real und sachlich. Er pflegte eine äußerst kritische Distanz zum Kultusministerium, egal, ob unter Holzapfel oder Wolff. Seine Sprache war stets klar und direkt. Er war ein aufrechter Kämpfer für die gerechte Sache - er fehlt uns sehr!

Reiner Behr bereicherte Bezirkssitzungen wie auch Vertretertage durch seine offenen Worte – hierfür sei stellvertretend folgendes Beispiel genannt:
Als 2003 die Ministerin den Vertretertag in Wetzlar besuchte und klar machte, daß die 2002 versprochenen Arbeitsentlastungen für die Gymnasiallehrer nicht gewährt werden würden, mahnten Dr. Dittmann und andere Redner in wohlgesetzten Worten die Einlösung der Versprechen an. Als Reiner Behr ans Mikrofon trat, war den meisten im Saal klar, daß er „Tacheles“ reden würde, dafür war er bekannt. Er schilderte die Situation in den Kollegien, sprach von Enttäuschung und Wut über die aktuelle Schulpolitik und scheute sich nicht, vom „Wortbruch der Ministerin“ zu sprechen.


Paul Edelmann
(*1950 † 2006)

Mit Paul Edelmann haben wir einen Kollegen verloren, dessen offene, herzliche und geradlinige Art denjenigen, die mit ihm zu tun hatten, in lebhafter Erinnerung bleiben wird. Er gehörte zu den Menschen, die sich selbst treu bleiben. Sein Wirkungskreis war nach dem Studium an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und dem Referendariat am Studienseminar Offenbach, in der Immanuel-Kant-Schule in Rüsselsheim, die Ricarda-Huch-Schule. Er ist wohl aus Überzeugung Lehrer geworden, hat er sich doch bereits während seines Studiums dem „Praxistest“ unterzogen: er nahm einen Lehrauftrag an der Gesamtschule in Kelsterbach wahr. Von seinen Erfahrungen und seiner Begeisterung für den Beruf profitierten nicht nur seine Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Referendare, die er in den Jahren 1980-1984 als Ausbildungsbeauftragter für den erziehungs- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich betreute.

Wir schätzten an ihm vor allem seinen Sinn für Kollegialität und Gerechtigkeit. Dies gab er an die Schüler „seiner“ Ricarda-Huch-Schule weiter, denen er als Verbindungslehrer seit 1996 zur Seite stand. Sein Handeln war immer pragmatisch und es ging ihm um die Menschen. So haben wir ihn kennengelernt, wenn es darum ging, die Interessen der Kolleginnen und Kollegen in diesen schwierigen und wenig erfreulichen Zeiten zu formulieren und zu vertreten, was er sowohl als Personalrat als auch als Schulvertrauensmann immer wieder getan hat.

   

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