
| Inhalt Ausgabe 48 / Nov 06
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125 Jahre Philologenverband in Frankfurt – hierzu übermittle ich meine herzlichen Glückwünsche! Im Jahre 1881 als „Akademischer Lehrerverein“ gegründet, bald darauf in „Verein akademisch gebildeter Lehrer“ umbenannt, seit 1920 dann als „Ortsgruppe des Preußischen Philologenverbandes“ auftretend, widmete sich der Verband von Beginn an neben der wissenschaftlichen Fortbildung seiner Mitglieder vor allem den berufspolitischen Interessen der Gymnasiallehrerschaft. Auf diesem Gebiet konnte der Verband gerade auch in Frankfurt beachtliche Erfolge erzielen. Erwähnt sei insbesondere die 1890 durchgesetzte neue Gehaltsordnung, derzufolge die Gehälter der Frankfurter Gymnasiallehrer um 300 Mark höher lagen als es der preußische Stellenetat vorsah. 1892 konnte erreicht werden, dass es an den höheren Lehranstalten nur noch Oberlehrer gab, die dem Range nach „Räte 5. Klasse“ waren, womit sie den Aufstieg vom Gehobenen in den Höheren Dienst geschafft hatten; allerdings mussten sie diesen Erfolg mit der Erhöhung ihrer Pflichtstundenzahl von 20 – 22 auf 22 – 24 Unterrichtsstunden bezahlen. 1907 wurden sie dann endgültig den Richtern und Höheren Verwaltungsbeamten gleichgestellt – eine Errungenschaft, die es immer wieder zu verteidigen gilt. Auch im Streit um bildungspolitische Themen hat der Frankfurter Kreisverband immer kämpferisch Flagge gezeigt, wie der gelungene historische Abriss in der Festschrift von 1981 aus der Feder des langjährigen Bezirksvorsitzenden Wolfgang Gilles sehr schön aufzeigt. Erwähnt sei die Resolution der Frankfurter Philologenschaft aus dem Jahre 1913 gegen die Einführung der Einheitsschule, insbesondere die sechsjährige Grundschule – ein Thema, das uns seither und bis heute nicht mehr losgelassen hat – sowie der Widerstand der Jahre 1924/25 gegen eine einheitliche Lehrerausbildung an pädagogischen Akademien. Nach der Neugründung im Jahre 1947 – ab 1936 war der Philologenverband von den nationalsozialistischen Machthabern als eigenständiger Verband nicht mehr geduldet worden – tauchten alsbald die Themen auf, die uns bis heute beschäftigen: das Eintreten für kleinere Klassen, die Klage über die „barbarische Überlastung der Lehrkräfte“ (so das Mitteilungsblatt 1951), der Widerstand gegen eine eigene L(ehrer)-Besoldung im Jahre 1957, Auseinandersetzungen um Stundentafeln und Rahmenpläne seit den 60er Jahren – dies alles legt Zeugnis ab von der Kontinuität der Probleme wie auch unserer bildungs- und berufspolitischen Standpunkte. Das alles beherrschende Thema indessen war der Kampf gegen die Einheitsschule und gegen die sechsjährige Grundschule und damit für ein begabungsgerechtes Schulwesen und insbesondere für das Gymnasium. Dass die „Festung Frankfurt“, was die Schulform des Gymnasiums angeht, in den 60er und 70er Jahren gehalten werden konnte, ist bleibendes Verdienst des Philologenverbandes in Frankfurt, gemeinsam errungen mit dem Stadtelternbeirat. Hierauf dürfen die Philologen in Frankfurt stolz sein. Ich wünsche den Frankfurter Philologen weiterhin Kampfgeist, Glück und Erfolg, und ich freue mich, dass anlässlich des Jubiläums des Kreisverbandes Frankfurt eine neue Ausgabe von „Schule in Frankfurt“ erscheinen kann; den Verantwortlichen sei hierfür herzlich gedankt! Dr. Knud Dittmann
Sehr geehrte Damen und Herren, im Namen der CDU-Landtagsfraktion darf ich Ihnen in meiner Eigenschaft als bildungspolitischer Sprecher und zugleich auch langjähriges Mitglied des Hessischen Philologenverbandes herzlich zu Ihrem außergewöhnlichen Jubiläum gratulieren und die besten Wünsche für eine weitere konstruktive, gedeihliche und erfolgreiche Arbeit übermitteln. Der Philologenverband gehört zu den Verbänden, die über einen langen Zeitraum klare bildungspolitische Profile erarbeiten, die zeitlos sind, auch wenn sie heute in Frage gestellt werden. Daher wird dem Philologenverband in seiner Gesamtheit in den nächsten Jahren vermehrt der Auftrag zukommen, das bewährte Bildungssystem nicht nur zu verteidigen, sondern offensiv dafür zu werben. Trotz aller Anstrengungen von SPD und Grünen, das Gymnasium in Frage zu stellen, erfreut es sich dank hervorragender Pädagogen und Fachleute im Bewußtsein vieler Eltern großer Beliebtheit. Deshalb bin ich der Auffassung, daß es den genannten Parteien nicht gelingen wird, das in die Tat umzusetzen, was die SPD im Dezember 2005 in der FAZ erklärte, nämlich Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien abschaffen zu wollen, um zu einer Einheitsschule von Klasse 1 bis 10 zu kommen. Selbstredend, daß damit auch der sehr unverhüllte Versuch unternommen wird, die Lehrerausbildung partiell zu vereinheitlichen, um als Vorstufe damit zu einem Einheitslehrer zu kommen. Die CDU wird im Interesse von Schulwahlfreiheit und Schulformvielfalt alles daransetzen, daß Eltern auf der Basis der Eignung ihrer Kinder frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder lieber in eine Integrierte Gesamtschule oder eine Form des gegliederten Schulwesens schicken. Ich bin zuversichtlich, daß wir gemeinsam – CDU, Philologenverband und Eltern – in dem Bemühen erfolgreich sein werden, das Gymnasium auch künftigen Schülergenerationen in Hessen zu ermöglichen. Der Frankfurter Bezirksverband, dies weiß ich aus meiner früheren aktiven Zeit im Philologenverband, gehört zu den großen und starken Gliederungen innerhalb des HPhV. Ich wünsche dem heutigen Vorstand für die nächsten Jahre viel Freude bei der pädagogischen Arbeit, viel Erfolg bei der Verbandsarbeit, neue Mitglieder und sage Dank denen, die in früheren Jahren und Jahrzehnten Verantwortung getragen haben und denen, die dies heute tun. Mit einem herzlichen Glück auf Hans-Jürgen Irmer, |
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