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Inhalt Ausgabe
47 / Nov 03
Vorwort
Die
Kunstklasse
Resolution
des Personalrats des Studienseminars für Gymnasien in Frankfurt
am Main
Die
Schuldenfalle
Auf
nach Florenz!
Newrules
Chaos
In
den Schulen: 17. Juni
In
Memoriam Wolfram Weinke
Besondere
Leitungen in freiwilligen AGs
Briefe,
die ins Zuchthaus führten
Was
hat der Mathematikunterricht mit Mathematik zu tun?
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Christoph Hartmann
In Memoriam Wolfram Weinke
Am 29. November 2002 verstarb unser Schul- und Verbandskollege
Wolfram Weinke.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
Friedrich Nietzsche |
Sine musica nulla disciplina potest esse perfecta (Ohne die Musik
kann keine Bildung vollkommen sein.)
Hrabanus Maurus |
Mit diesen beiden
Zitaten hatte er seinen Aufsatz eingerahmt, den er sich vor sieben
Jahren für die Schule in Frankfurt über „Schwerpunkt
Musik“ verfaßt hatte (SchiFF 35/96). Das erste Zitat war
die Leitlinie für sein eigenes Leben, das zweite für seine
Arbeit als Lehrer und Erzieher. Fast vierzig Jahre lang, zuletzt ehrenamtlich,
wirkte Wolfram Weinke an der Frankfurter Carl-Schurz-Schule (CSS) als
Musikpädagoge. In dieser Zeit hat er an seiner Schule ein großes
sinfonisches Orchester aufgebaut und trotz der natürlichen Schülerrotation
für eine gleichbleibend hohe Qualität der künstlerischen
Darbietung gesorgt. In der jährlich stattfinden den Orchesterwoche übten
alle Orchestermitglieder gemeinsam, in den letzten Jahren immer auf
Burg Breuberg im Odenwald. Diese Übungswoche diente der Vorbereitung
für das große Jahreskonzert der Schule oder öffentliche
z.T. spektakuläre Auftritte. Wolfram Weinke hat in all den Jahren
so viele Schülerinnen und Schüler im Orchester zusammengeführt,
daß ein Generationenorchester gegründet werden konnte. Dieses
Generationenorchester hat, unter der Leitung von Musikprofessor Christoph
Schönherr, der im CSS-Orchester seinerzeit den Kontrabaß spielte,
bei Weinkes Abschiedskonzert 1999 mitgewirkt.
Wolfram Weinkes Name wird mit dem Mitte der 80er
Jahre aufgekommenen Erweiterten Musikunterricht in Hessen verbunden
bleiben. Als Delegierter
und von 1988 -1999 als Landesvorsitzender im Verband deutscher Schulmusiker
setzte er sich für den erweiterten Musikunterricht ein. Ihm ist
es zu verdanken, daß das Prädikat Schule mit verstärktem
Musikunterricht und Schule mit Schwerpunkt Musik seit gut einem Jahr
vom Hessischen Kultusministerium offiziell anerkannt sind und mit entsprechendem
Stellensoll ausgestattet wurden. Die CSS erhielt als eine der ersten
Schulen Hessens diese Auszeichnung und eine halbe Planstelle für
das Fach Musik in Anerkennung ihres besonderen Schulprofils.
Einen seiner letzten großen Auftritte hatte Wolfram Weinke anläßlich
des Konzertes zur 100-Jahrfeier der CSS in der Alten Oper 2001. Unvergeßlich
bleibt sein Bau einer „Musikbrücke“ zwischen Frankfurt
und der Partnerstadt Krakau anläßlich der 1200-Jahrfeier im
Jahre 1994: Ihm war es gelungen, nach nur zwei Wochen gemeinsamen Probens
in der Alten Oper vor voll besetztem Haus ein deutsch-polnisches Schulkonzert
zu veranstalten. Ausführlich berichtete er selbst darüber in
der Schule in Frankfurt 32/94.
Im Jahr 1981 erlebte ich ihn anläßlich der 100-Jahrfeier des
HPhV Bezirk Frankturt erstmals mit dem Schulorchester der CSS. Damals
war ich noch als Lehrer an der Bettinaschule tätig. Das Konzert
fand mitten in unserem gemeinsamen Kampf gegen die Zwangsförderstufe
bzw. die Demontage der Gymnasien statt. An diesem Kampf für den
Erhalt des Gymnasiums hat sich Wolfram Weinke vehement in Wort und Schrift
beteiligt, war doch für ihn ein intaktes Gymnasium von Klasse 5
- 13 die beste Voraussetzung für erfolgreiche Orchesterarbeit.
Als Schulkollege seit 1983 und als Philologe stelle
ich fest: Wolfram Weinke hat sich um die Carl-Schurz-Schule und um
das Gymnasium mit
einem einheitlichen Bildungsgang von Klasse 5 -13 verdient gemacht.
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