Inhalt Ausgabe 47 / Nov 03

Resolution des Personalrats des Studienseminars für Gymnasien in Frankfurt am Main

Die Schuldenfalle

 

 

Resolution des Personalrats des Studienseminars für Gymnasien Frankfurt a.M.

Die Zahl der Referendarinnen und Referendare an den Seminaren der verschiedenen Schularten Hessens hat sich in den vergangenen Jahren z.T. drastisch erhöht, ohne dass die dafür notwendige zusätzliche Anzahl von Ausbilderstellen von der Landesregierung genehmigt worden wäre. Vor allem die Zahl der hauptamtlichen Stellen für Ausbilderinnen und Ausbilder wurde in vielen Fällen nicht nur nicht erhöht, sondern stattdessen wurden solche Stellen nach Pensionierungen z. T. gar nicht mehr ausgeschrieben. Nur in einigen Fällen wurden die Vakanzen, wenn überhaupt, durch Ausbildungsbeauftragte ersetzt. Dass darunter die Ausbildungsqualität leidet, ist wiederholt betont worden.

An den Seminaren des GHRS-Bereiches – so hören wir von den dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen – hat sich die Situation besonders zugespitzt.
Daher möchten wir sie und ihre Forderungen nach neuen hauptamtlichen Ausbilderstellen auch ganz nachdrücklich unterstützen. Allerdings hören wir auch immer wieder die Forderung nach einer „gerechteren“ Verteilung dieser Stellen. Solche Forderungen halten wir für fatal, denn sie machen aus einem Problem, das alle Ausbildungseinrichtungen betrifft, einen Verteilungskampf, der allen schadet und den Adressaten unserer Forderungen, die Landesregierung, entlastet!

Die bei der Frage einer „gerechteren“ Verteilung von hauptamtlichen Ausbilderstellen vorgenommene Berechnung (Anzahl der Auszubildenden : Anzahl der (hauptamtlichen) Ausbildenden) erscheint uns darüber hinaus doch recht unsinnig zu sein, insofern sie den unterschiedlichen Ausbildungsstrukturen nicht gerecht wird. Die Referendarszahlen in Physik, Russisch, Chemie, Latein, Griechisch, Ethik, Mathematik etc. sind nun einmal gering, aber dennoch ist für jedes Fach eine qualifizierte Ausbilderstelle unverzichtbar. Als „Ausgleich“ kann man aber kaum die Kolleginnen und Kollegen in den „Massenfächern“ entsprechend mehr belasten. Die allermeisten von ihnen sind schon jetzt überlastet. Warum, ist oben deutlich gemacht worden. Dies gilt besonders für den EG-Bereich angesichts der zahlreichen Veränderungen im Rahmen der Qualitätssicherung in den Sekundarstufen I und II, die die Referendarinnen und Referendare im eigenverantwortlichen Unterricht zu bewältigen haben.

Die strukturellen Besonderheiten und Notwendigkeiten der unterschiedlichen Seminare dürfen also nicht unberücksichtigt bleiben, wenn es um die Zuweisung von Ausbilderstellen geht.
Wir fordern daher, die Zahl der hauptamtlichen Ausbilderstellen an allen Seminarformen so zu erhöhen, dass eine wirklich qualifizierte Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Hessen gewährleistet werden kann. Die Landesregierung ist in der Verantwortung die im Regierungsprogramm versprochene Verbesserung der Lehrerausbildung nun auch in die Tat umzusetzen. Es ist Zeit!

Frankfurt a.M., den 26.05.03
D. Hagen

Verteiler: Kumi / AFL /GEW /HPhV /Studienseminare /GPR-LL / HPR-LL

   

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