Inhalt Ausgabe 45 / März 02

Vorwort

Das Projekt Sinus

Elternbrief

Auch Jeide und Stillmunke werden die Rechtschreibreform nicht retten

Leben wie Gott in Frankreich

Resolution der Frankfurter Studienseminare I. und II

Aktuelles aus dem Gesamtpersonalrat

Zulange schon die falschen Reformkonzepte - G8-Schule

Von Kinkerlitzchen und Fisimatenten

Die Neue im Staatlichen Schulamt

Förderung der Schulpartnerschaften

 

 

 

Den folgenden Brief bekamem wir von einem Elternvertreter zur Anregung und zur Diskussion mit Kollegen. Ich denke, er ist interessant genug, um ihn hier zu veröffentlichen.Vielleicht regt er Sie zu einem Diskussionsbeitrag an?

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Elternbeirat der Liebigschule

bei unserem einwöchigen Aufenthalt in einer amerikanischen Familie mit sechs Kindern und im Kontakt mit befreundeten Familien erlebten wir, wie motiviert und strebsam Schulkinder sein können und wie viel Freude Schule machen kann.
Dieses Erlebnis machte mich sehr nachdenklich, habe ich doch selbst zwei Kinder, die dazu neigen, (den Eltern zuliebe) für die Schule das Notwendigste tun, um sie dann schnell abzuhaken. Wenn es eine außerstundenplanmäßige Schulveranstaltung gibt, bedarf es großer Überredungskünste, um sie zu einer Teilnahme zu bewegen. Wenn ich an meine Schulzeit denke, dann war der Grad unseres Lerneifers auch individuell verschieden, aber die Identifikation mit der Schule und das Interesse am schulischen Leben war viel größer.
Ich frage mich, ob wir alle, d.h. Gesellschaft und Politik, Eltern und Lehrer, nicht mehr tun müssten, um den Spaß am Lernen in der von uns ausgewählten Schule zu fördern, weil das u.a. eine Voraussetzung für die Entwicklung des Leistungswillens ist.
Hier einige Punkte, die mir im Vergleich zu den amerikanischen Schülern aufgefallen sind:
Die amerikanischen Schüler, die wir kennenlernten, haben mehr Mut zu Leistung und Erfolg.
Mitschüler zollen Leistungen von Schülern Respekt. Leistungen werden öffentlich gemacht. Eltern bekennen sich stolz zu den guten Leistungen ihrer Kinder.
Bei uns wird mit dem Finger auf Streber gezeigt, sie werden ausgegrenzt, einige, die Einsen schreiben könnten, wollen das nicht, um nicht als Streber dazustehen. Warum ist „gut zu sein“ an unseren Schulen verpönt?
(Berechtigt oder unberechtigt: Wenn ich daran denke, dass wir Fachspezialisten aus anderen Ländern brauchen, weil wir u.a. unseren Kindern möglicherweise schon früh den Mut zur Leistung nehmen!)
Die amerikanischen Schüler, die wir kennenlernten, identifizieren sich mehr mit ihren Schulen.
An ihren Schulen gibt es eine funktionierende Schulgemeinde. Alle Parteien (Schüler, Lehrer, Eltern) sind mit vollem Engagement dabei. Außerstundenplanmäßige Veranstaltungen werden besser unterstützt. Es werden Turniere und Wettbewerbe aller Kategorien und mit anderen Schulen abgehalten, die den Gemeinschaftssinn fördern.

   

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