
|
Inhalt Ausgabe 45 / März 02
|
CHRISTOPH HARTMANN Das Projekt Sinus Hessische Qualitätsoffensive für die inhaltliche und methodische Weiterentwicklung des Unterrichts in Mathematik und Naturwissenschaften Qualitätsoffensive: Medien
statt Inhalte ? Damit werden all die Schulen diskriminiert, die aus eigener Kraft ein IT-Angebot im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich auf die Beine gestellt haben, genügend qualifizierte Lehrer jedoch nicht besitzen. Im übrigen ist mit dem Internetzugang und der Zahl des PC’s noch nichts über die Unterrichtsqualität ausgesagt. Überlegungen zur inhaltlichen und methodischen Seite haben gerade erst begonnen.
1) Weiterentwicklung der Aufgabenkultur im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht => Mehr Aufgaben mit unterschiedlichen Lösungswegen ! 2) Naturwissenschaftliches Arbeiten Vom Experiment zur Erkenntnis ! 3) Aus Fehlern lernen => Keine Nachteile für die Schüler durch Fehler ! 4) Sicherung von Basiswissen => Verständnisvolles Lernen soll auf verschiedenen kognitiven Niveaus möglich sein ! 5) Zuwachs von Kompetenz erfahrbar machen => Durch die Verknüpfung vergangener mit neuen Lehrinhalten soll der Lernzuwachs als Erfolg spürbar sein! 6) Fächergrenzen erfahrbar machen => Fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen soll durch horizontale Vernetzung von Inhalten möglich sein ! 7) Förderung von Mädchen und Jungen => Förderung der Mädchen durch Eingehen auf ihre Interessen ! 8) Weiterwicklung von Aufgaben, die die Kooperation von Schülern begünstigen 9) Verantwortung für das eigene Lernen stärken => Schüler sollen eigenständige Lösungen erarbeiten ! 10) Prüfen : Erfassen
und Rückmelden von Kompetenzzuwachs 11) Qualitätssicherung
in der Schule und Entwicklung schuleigener Standards - =>
Vergleichsarbeiten auf der Basis schuleigener Lehrpläne ! Die gesamte Expertise kann z.B. unter der Adresse www.ipn.uni-kiel.de/projekte/ blk_ prog/gutacht/gut_in.htm angeschaut werden. Sie war die Grundlage für den Beschluß der BLK zu Beginn des Schuljahres 1989/99 ein viereinhalbjähriges Modellversuchsprogramm mit dem Titel „Steigerung der Effizienz des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Unterrichts“ (abgekürzt SINUS) ins Leben zu rufen, an dem sich fast alle Bundesländer, unter ihnen auch das Land Hessen, beteiligen. Mit Beginn des Jahres 2001/2002 startet das Land Hessen eine sogenannte „ Qualitätsoffensive “. Im Rahmen des Projekts SINUS werden von Mitarbeitern des Help gemeinsam mit Lehrkräften von Modellversuchsschulen in Kooperation mit dem Zentrum für Mathematik e.V. ein Angebot an die Fachkollegien Mathematik, Biologie, Chemie und Physik aller hessischen Schulen mit Sek I schulbezogene Fortbildungsangebote für die Weiterentwicklung des Unterrichts in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern gemacht. Nachzulesen im Internet unter Adresse http://www.darmstadt. gmd.de/schulen/zm/ fortbildung /sinusblk/sinusblk_main.htm.
Der Unterhaltungswert der Spiele auf dem eigenen Rechner oder des Surfens im Internet wird natürlich vom Unterricht in der Schule nicht erreicht. In diesem Zusammenhang ist die Anwendung fertiger Software im WPU-Bereich in Informatik äußerst kontraproduktiv, eigenständiges Arbeiten (z.B. Programme schreiben) sollte den Vorzug haben. Um die Schüler wieder an die geistige Auseinandersetzung mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Inhalten heranzuführen, sollte wieder mehr Raum für AG‘s gegeben werden. In AG‘s können sich Schüler ohne Leistungsdruck und, auch das sollte einmal gesagt werden dürfen, ohne ignorante Mitschüler mit den sie interessierenden Themen beschäftigen dürfen. In den neuen schulformbezogenen Lehrplänen für die Sek I ist ein fakultativer Aspekt im Regelunterricht bereits eingebaut. Hier könnte das Interesse an besonderen Themen und damit an AG‘s wiederbelebt werden. |
Archiv |