Inhalt Ausgabe 42

Vorwort

Marlene Dietrich: Das gestörte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst

Sich einmischen oder wegschauen-Problemfall deutsche Sprache

Schlußstrich oder Schlussstrich? Neue deutsche Rechtschreibung

Maßnahmen zur Qualitätssicherung des Mathematikunterrichts

Schule und die Herausforderungen der neuen Zeit

Verpackungskunst an Schulgebäuden - endlich auch in Frankfurt

Astronomie an der Liebigschule

Hauptschule macht Schule

Nach Rom - ganz nah bei Frankfurt

 

Baldur Gabriel

Verpackungskunst an Schulgebäuden - endlich auch in Frankfurt

Wo während der Sommerferien friedvolle Stille herrschte, treffen wir jetzt, während der Schulzeit, auf emsiges Treiben. Überall wird gehämmert, gebohrt und gepinselt – am Schulgebäude, außen wie innen. Für Schüler und Lehrer ist es Freude und Erlebnis zugleich, einmal zusehen zu dürfen, wie richtig gearbeitet wird. Was ist dagegen schon der Unterricht? Und wenn Arbeiten geschrieben werden, kann man ja, wie hier im Falle der Schillerschule, die an ein Werk des Verpackungskünstlers Christo erinnert, zur Carl-Schurz-Schule ausweichen, wo es z.Zt. für die „fleißigen Handwerkerleut” nichts zu tun gibt und die gerne ihre durch Klassen- und Kursfahrten zeitweilig frei gewordenen Räume zur Verfügung stellt. Alles hat doch seine guten Seiten: Die Klassen, die den Handwerkern beim Ein-und Ausbau der Fenster doch nur im Wege stehen, gehen auf Exkursionen und Ausflüge, und den „ausgelagerten” Klassen und Lehrern tut es gut, so auch einmal die Atmosphäre der Nachbarschule kennenzulernen und dabei Erfahrungen auszutauschen. Und was wird aus dem Unterricht? Der soll sehen, wo er bleibt, stört doch nur! Aber lassen wir die Ironie und fragen lieber, wie es dahinkommen konnte, daß die von Schülern und Lehrern geleistete und zu leistende Arbeit in unserer Gesellschaft eine derart geringe Wertschätzung besitzt, daß solche Zustände hingenommen werden müssen. Die Verantwortlichen im Schulamt und im Bauamt der Stadt sehen hier ganz offenkundig keinen Handlungsbedarf. Jedes andere große Unternehmen ist in der Lage, die Baufirmen durch entsprechende Verträge zu veranlassen, die Ausführung der Baumaßnahmen so zu terminieren, daß der Geschäftsbetrieb keine erhebliche Störung erfährt. Vielleicht kommt der Magistrat der Stadt Frankfurt doch noch einmal auf den Gedanken, seine Macht als potenter Nachfrager auch zu Gunsten der Schulen auszuspielen. Hier liegt jedoch offenkundig kein Politikum vor, und darum wird es keine Veränderung auf diesem Gebiete geben. Melodie: „Ich hab‘ mich so an dich gewöhnt...”.

Schillerschule im September 1999
Foto: B. Gabriel

   

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